Eine Doppelsteg-Brille hat über dem Nasensteg eine zweite Strebe, die beide Gläser verbindet. Bei Damen wie Herren ist sie ein Klassiker, vor allem in der Pilotenform. Hier erfährst Du, wem eine Brille mit Doppelsteg steht, worauf Du bei der Passform achtest und was Cut-outs an einer Fassung bewirken.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Doppelsteg ist eine zweite Querstrebe über dem Nasensteg. Er stammt von der Pilotenbrille und ist an Sehbrillen wie an Sonnenbrillen zu finden.
- Die obere Strebe zieht eine waagerechte Linie auf Höhe der Augenbrauen und betont die Augenpartie. Besonders gut passt sie zu ovalen, eckigen, herzförmigen und länglichen Gesichtern.
- Für einen guten Sitz zählen Stegbreite, Glasgröße und die Nasenpads, die sich bei Metallfassungen meist anpassen lassen.
- Cut-outs sind Aussparungen in der Fassung. Sie lassen eine Brille leichter wirken, ohne dass sie an Ausdruck verliert.
Was ist eine Doppelsteg-Brille?
Der Steg ist das Mittelstück einer Brille, das über der Nase die beiden Gläser verbindet. Bei einer Doppelsteg-Brille, englisch „Double Bridge“, kommt darüber eine zweite Strebe hinzu. Sie verläuft gerade oder leicht geschwungen etwa auf Höhe der Augenbrauen. Wer nach einer „Brille mit Steg“ sucht, meint meistens genau diese obere Strebe.
Ursprünglich hatte der Doppelsteg einen praktischen Grund: Er macht große, leichte Metallfassungen stabiler. Heute ist er vor allem ein Designelement. Du findest ihn an klassischen Fliegerbrillen, an eckigeren Pilotenformen, an Kunststofffassungen mit Metallsteg und hin und wieder an runden oder Cat-Eye-Brillen. Ob Doppelstegbrille, Doppelsteg-Brille oder Brille mit Doppelsteg: Gemeint ist immer dasselbe.

Das bekannteste Beispiel ist die Ray-Ban Aviator, die klassische Pilotenbrille mit Doppelsteg. Sie hat es aus dem Cockpit auf Polizei-Motorräder und schließlich ins Büro geschafft und ist längst auch als Sehbrille ein Dauerbrenner. Mehr zur Geschichte der Form liest Du im Beitrag Klassiker: Die Pilotenbrille.
Doppelsteg-Brille für Damen: Formen und Wirkung
Doppelsteg-Brillen für Damen sind oft feiner gezeichnet als die klassische Fliegerbrille. Typisch sind schmale Metallränder in Gold, Roségold oder Silber, eine zarte obere Strebe und weich gerundete Gläser. Diese Varianten sind besonders gefragt:
- Filigrane Metallfassung in Gold: wirkt leicht und elegant und lässt sich gut mit goldenem Schmuck kombinieren.
- Große Pilotenform: setzt ein deutliches Statement und passt zu Gesichtern, die breit genug für die großen Gläser sind.
- Doppelsteg mit Cat-Eye-Linie: Die nach außen ansteigenden Gläser heben die Augenwinkel optisch an.
- Pilotenform aus Kunststoff: bringt Farbe ins Spiel, etwa Havanna, Transparent oder zarte Pastelltöne, und wirkt weicher als Metall.

Eine Brille mit Doppelsteg für Damen muss also nicht nach Cockpit aussehen. Je feiner die obere Strebe, desto zurückhaltender wirkt sie. Je kräftiger und farbiger, desto mehr wird sie zum Blickfang.
Doppelsteg-Brille für Herren
Bei Herren bleibt die klassische Pilotenbrille aus Metall der Dauerbrenner. Wer eine strengere Linie mag, wählt eine eckigere Form wie die Ray-Ban New Caravan. Kräftiger wirken Kunststofffassungen mit Metallsteg oder Modelle mit breiter oberer Strebe, die an Browline-Brillen erinnern.
Wem steht eine Brille mit Doppelsteg?
Der Doppelsteg zieht eine waagerechte Linie durch die obere Gesichtshälfte. Das betont die Augen und lässt das Gesicht auf Höhe der Brauen etwas breiter wirken. Daraus ergeben sich ein paar Faustregeln:
| Gesichtsform | Wirkung des Doppelstegs | Tipp |
|---|---|---|
| Oval | ausgewogen, fast jede Variante passt | klassische Pilotenform |
| Eckig | Tropfenförmige Gläser runden kantige Züge ab. | weich gerundete Pilotenform aus feinem Metall |
| Herzförmig | Gläser, die nach unten breiter werden, gleichen eine breite Stirn aus. | schmale obere Strebe, feiner oder heller Rahmen |
| Länglich | Die Querlinie unterbricht die Länge des Gesichts. | höhere Gläser, gern eine kräftigere Strebe |
| Rund | Runde Tropfengläser wiederholen die Rundung. | eckigere Pilotenform statt runder Tropfen |
Achte außerdem auf die Augenbrauen: Die obere Strebe sitzt am besten auf Höhe der Brauen oder knapp darunter. Läuft sie mitten durch die Brauen, wirkt das schnell unruhig. Bei einem langen Nasenrücken kann die zusätzliche Querlinie die Nase optisch etwas verkürzen. Welche Formen sonst zu Deinem Gesicht passen, zeigt der Ratgeber Welche Brille steht welcher Gesichtsform?
Passform: Darauf achtest Du bei einer Doppelsteg-Brille
Eine Doppelsteg-Brille ist meist eine Metallbrille mit großen Gläsern. Damit sie gut sitzt, lohnt ein Blick auf diese Punkte:
- Stegbreite: Sie ist die mittlere der drei Zahlen auf der Bügelinnenseite, etwa 55-18-145 für 55 Millimeter Glasbreite, 18 Millimeter Stegbreite und 145 Millimeter Bügellänge. Am einfachsten vergleichst Du mit einer Brille, die Dir gut passt.
- Nasenpads: Metallfassungen mit Doppelsteg haben meist verstellbare Nasenpads. Ein Optiker kann sie an einen schmalen, breiten oder flachen Nasenrücken anpassen.
- Glasgröße und Sehstärke: Pilotenformen haben oft große Gläser. Je höher Deine Werte, desto dicker und schwerer werden große Gläser. Eine kleinere Glasgröße ist dann meist die bessere Wahl.
- Gleitsicht: Die hohen Gläser vieler Pilotenformen bieten Platz für die Sehbereiche von Gleitsichtgläsern. Entscheidend ist die Glashöhe der jeweiligen Fassung.
Unsere Pilotenbrillen findest Du in der Auswahl unten. Nicht jede hat einen Doppelsteg: Auf den Produktfotos erkennst Du ihn an der zweiten Strebe über dem Nasensteg.
Isabel Marant IM 0236 08697,92 €
Humphreys HU 581069C 2247,20 €
Tom Ford FT5737-B 052188,96 €
Dolce & Gabbana DG3415 2525132,60 €
Isabel Marant IM 0236 80797,92 €
Calvin Klein CKJ25631 00171,40 €
Tom Ford FT5737-B 002188,96 €
Carrera CARRERA 1135 J5G95,52 €Cut-outs: Aussparungen, die eine Fassung aufwerten
Cut-outs sind gezielte Aussparungen im Rahmen. Der Kniff dabei: Die Fassung wird aufgewertet, obwohl man ihr etwas wegnimmt. Sie wirkt filigraner und leichter, bleibt aber ein Blickfang. Typische Varianten:
- Ausgeschnittene oder angedeutete Ecken: oft bei Cat-Eye-Brillen. Schon eine schräg abgesetzte Ecke erzeugt den Effekt.
- Schlüssellochsteg: eine Aussparung am Steg, typisch für Panto- und Retro-Brillen. Die Fassung liegt dabei seitlich auf der Nase auf.
- Einsätze und Aussparungen an den Rändern: etwa getönte Glaselemente an den äußeren Ecken oder Aussparungen in Front und Bügeln von Kunststoffbrillen, zum Beispiel in Holzoptik.
Für die Gläser sind Cut-outs am Rahmen meist kein Problem. Ist dagegen die Glasform selbst beschnitten, etwa an den Ecken, bleibt weniger Glasfläche. Bei Gleitsicht oder hohen Werten lohnt dann ein Blick auf die Glashöhe.
Sonnenbrille mit Doppelsteg
Als Sonnenbrille ist der Doppelsteg mindestens so verbreitet wie an der Sehbrille. Der bekannteste Klassiker ist die Ray-Ban Aviator als Sonnenbrille, daneben die eckigere Ray-Ban Caravan. Bei einer Doppelsteg-Sonnenbrille für Damen sind größere Pilotenformen, feine goldene Rahmen und Verlaufsgläser beliebt. Ganz gleich, welche Form: Achte bei jeder Sonnenbrille auf UV400 und die CE-Kennzeichnung.
Häufige Fragen zur Doppelsteg-Brille
Sind Doppelsteg-Brillen noch modern?
Ja. Der Doppelsteg ist kein kurzlebiger Trend, sondern ein Klassiker, der seit Jahrzehnten immer wieder neu interpretiert wird: mal filigran in Gold, mal kräftig und eckig. Eine schlichte Pilotenform aus Metall wirkt modern und bleibt zeitlos.
Passt eine Brille mit Doppelsteg auch bei flachem Nasenrücken?
Meist ja, weil Metallfassungen mit Doppelsteg in der Regel verstellbare Nasenpads haben. Sie halten die Brille auf Abstand zu den Wangen. Kunststofffassungen ohne Pads sitzen bei flachem Nasenrücken dagegen oft zu tief.




