Selbst ist der Brillenträger: Der Bügel wackelt, die Schraube ist weg oder ein Glas liegt plötzlich auf dem Tisch. Hier erfährst Du, was Du tun kannst, wenn die Brillenbügel-Schraube verloren ist, wie Du ein Brillenglas wieder einsetzt und eine verbogene Brille richtest. Und wann Deine Brille besser zum Optiker geht.
Das Wichtigste in Kürze
- Lockere Schrauben ziehst Du mit einem Mini-Schraubendreher im Uhrzeigersinn nach, nur bis sie fest sitzen.
- Ist die Schraube verloren, hilft für ein paar Tage ein Zahnstocher. Eine passende neue Schraube setzt der Optiker ein.
- Ein rausgefallenes Glas kannst Du bei vielen Vollrandbrillen selbst wieder einsetzen. Gleitsichtgläser, Gläser mit Zylinderwert, randlose und Halbrandbrillen gehören zum Optiker.
- Verbogene Brillen nur leicht und in kleinen Schritten richten. Titan, gebrochene Teile und starke Verformungen sind ein Fall für den Optiker.
Das brauchst Du: einen Mini-Schraubendreher, am besten aus einem Brillen-Reparaturset, eine Pinzette, ein weiches Tuch als Unterlage, ein sauberes Mikrofasertuch und für den Notfall einen Zahnstocher aus Holz.
Brillenbügel-Schraube verloren: Was tun?
Hältst Du plötzlich den Bügel in der Hand, hat sich meist die kleine Schraube im Scharnier gelöst. Such zuerst gründlich, am besten auf einer hellen Unterlage: Brillenschrauben sind nur wenige Millimeter lang und rollen gern weg.
Schraube gefunden: So setzt Du sie wieder ein
- Leg die Brille auf ein weiches Tuch, damit die Gläser keine Kratzer bekommen.
- Klapp den Bügel auf und schieb die Scharnierteile so zusammen, dass die Löcher genau übereinanderliegen.
- Setz die Schraube mit einer Pinzette ein und dreh sie mit einem Mini-Schraubendreher im Uhrzeigersinn fest. Nicht mit Kraft weiterdrehen, sonst kann das Gewinde ausreißen.
- Prüf zum Schluss, ob sich der Bügel noch leicht auf- und zuklappen lässt.

Schraube weg: die Notlösung für ein paar Tage
Ist die Schraube nicht mehr zu finden, hilft ein Zahnstocher aus Holz. Steck ihn durch die Löcher im Scharnier und brich die überstehenden Enden kurz ab. Der Bügel hält dann vorerst und lässt sich sogar einklappen. Bring die Brille trotzdem bald zum Optiker.
Schrauben für Brillenbügel: Welche passt?
Brillenschrauben gibt es in vielen Längen und Durchmessern, nicht jede passt in jedes Scharnier. Reparatursets mit Mini-Schraubendreher und Ersatzschrauben bekommst Du im Handel. Passt keine davon genau, frag beim Optiker nach. Er hat meist passende Schrauben vorrätig.
Brillenbügel locker: Schraube richtig festziehen
Wackelt der Bügel oder klappt er von allein zu, ist meist die Scharnierschraube locker. Leg die Brille mit aufgeklapptem Bügel flach auf ein Tuch, halt den Bügel fest und zieh die Schraube im Uhrzeigersinn nach. Nur so weit, bis sie fest ist und sich der Bügel noch gleichmäßig bewegen lässt.
Wackelt nicht die Schraube, sondern das ganze Scharnier im Kunststoff, hat es sich aus der Fassung gelöst. Das kannst Du nicht selbst festziehen, die Brille gehört zum Optiker.
Brille: Schrauben festziehen ohne Schraubenzieher
Kein Werkzeug zur Hand? Notfalls klappt es mit der Spitze einer Nagelfeile. Die rutscht aber leicht ab und kann Fassung, Glas oder Schraubenkopf beschädigen. Arbeite deshalb langsam und dreh nur ganz leicht. Auf Dauer besser ist ein Mini-Schraubendreher aus einem Reparaturset.
Brille: Schraube lockert sich immer wieder
Dass sich Brillenschrauben mit der Zeit lockern, ist normal, denn bei jedem Auf- und Zuklappen bewegt sich das Scharnier ein wenig. Lockert sich die Schraube aber schon nach wenigen Tagen wieder, ist oft das Gewinde abgenutzt oder die Schraube passt nicht genau. Der Optiker kann eine neue Schraube einsetzen und mit einer Schraubensicherung fixieren.
Nagellack ist keine gute Idee: Seine Lösungsmittel können Kunststofffassungen und Glasbeschichtungen angreifen. Damit Schrauben länger halten, setz die Brille mit beiden Händen auf und ab und schieb sie nicht ins Haar. Das dehnt die Bügel und belastet die Scharniere.
Brillenglas rausgefallen? So kannst Du es wieder einsetzen
Fass das Glas nur am Rand an und leg es mit der gewölbten Seite nach oben auf ein weiches Tuch. Wie es weitergeht, hängt von der Fassung ab.
Brillenglas einsetzen bei Kunststofffassungen
Bei Vollrandbrillen aus Kunststoff sitzt das Glas in einer Rille im Rahmen. Ist es durch einen Stoß herausgesprungen, kannst Du es oft selbst wieder einsetzen:
- Prüf, ob Du das Glas der richtigen Seite hast. Rechts und links haben oft unterschiedliche Werte, die Form verrät, wohin das Glas gehört. Die nach außen gewölbte Seite zeigt nach vorn.
- Setz das Glas zuerst oben an der äußeren Ecke in die Rille und schieb es dann oben in der Mitte ebenfalls in den Rahmen.
- Jetzt steht meist nur noch die untere Ecke heraus. Drück sie mit dem Daumen sanft hinein, bis das Glas rundum in der Rille sitzt.
Geht es nur mit viel Kraft, hör auf: Kalter Kunststoff kann reißen. Optiker erwärmen die Fassung dafür mit einem speziellen Gerät. Föhn oder heißes Wasser sind kein Ersatz, denn die Beschichtungen der Gläser können dabei Risse bekommen.
Metallbrille: Brillenglas fällt aus dem Gestell
Bei Vollrandbrillen aus Metall hält meist eine kleine Schraube an der Seite den Rand um das Glas zusammen. Lockert sie sich, öffnet sich der Rand und das Glas fällt aus dem Gestell. Leg das Glas zurück in die Rille, drück den Rand zusammen und zieh die Schraube vorsichtig fest. Sitzt das Glas trotzdem locker, ist der Rand geweitet. Dann hilft der Optiker.
Brillengläser einsetzen: Wann der Optiker ran sollte
- Gleitsichtgläser und Gläser mit Zylinderwert (bei Hornhautverkrümmung) wirken nur richtig, wenn sie genau in der richtigen Lage sitzen.
- Randlose Brillen: Die Gläser sind direkt verschraubt, zu fest angezogene Schrauben können sie an der Bohrung beschädigen. Mehr zur Bauart im Beitrag über randlose Brillen.
- Halbrandbrillen mit Nylonfaden: Der Faden muss mit der richtigen Spannung sitzen. Ist er gerissen, muss er ersetzt werden.
- Beschädigte Gläser mit Riss oder abgeplatzter Ecke setzt Du nicht wieder ein.
Siehst Du nach dem Einsetzen nicht mehr so klar wie vorher, lass die Brille beim Optiker prüfen.
Brille verbogen: Was tun?
Draufgesetzt, in der Tasche gequetscht oder einfach lange getragen: Eine verbogene Brille sitzt schief, drückt oder rutscht. Zum Prüfen legst Du sie mit aufgeklappten Bügeln kopfüber auf einen Tisch. Liegen nicht beide Bügelenden auf, ist ein Bügel verbogen.
Brille verbogen selbst reparieren: So geht es vorsichtig
- Metallfassungen und Kunststoffbügel mit Metallkern lassen sich leicht nachbiegen. Den Metallkern erkennst Du, wenn Du den Bügel gegen das Licht hältst.
- Halt die Fassung direkt neben der Stelle fest, die Du biegst. So geht die Kraft nicht ins Scharnier, in den Steg oder ins Glas.
- Bieg in kleinen Schritten und prüf zwischendurch den Sitz. Bei deutlichem Widerstand oder einem Knacken sofort aufhören.
- Rutscht die Brille beim Vorbeugen nach vorn, kannst Du die Bügelenden hinter den Ohren etwas weiter nach unten biegen.
Brille verbogen: Wann Du lieber zum Optiker gehst
- Reine Kunststofffassungen ohne Metallkern brechen schnell, wenn man sie kalt biegt. Der Optiker erwärmt sie vorher.
- Titanfassungen sind sehr federnd und lassen sich ohne passendes Werkzeug kaum dauerhaft richten.
- Randlose Brillen und Halbrandbrillen: Beim Biegen gerät das Glas unter Spannung.
- Gleitsichtbrillen: Schon kleine Veränderungen am Sitz verschieben die Sehbereiche.
- Gebrochene oder stark verbogene Teile wie ein Knick im Steg oder ein angebrochener Bügel.
Welche Materialien in einer Brille stecken, liest Du im Beitrag Von Mineralglas zu Kunststoff.
Nasenpads tauschen
Nasenpads werden mit der Zeit hart, gelblich oder rissig. Dann drücken sie, und die Brille rutscht leichter. Bei vielen Metallbrillen kannst Du sie selbst tauschen, wenn die neuen Pads zum System passen: Steck- oder Klickpads ziehst Du vorsichtig ab und drückst die neuen auf, bis sie einrasten. Schraubpads löst Du mit dem Mini-Schraubendreher. Die Padärmchen selbst verbiegst Du besser nicht, das ist Feinarbeit für den Optiker. Kunststoffbrillen haben meist feste Nasenauflagen.
Brillengläser richtig reinigen
Die beste Reparatur ist die, die gar nicht nötig wird. Spül die Brille unter lauwarmem Wasser ab, damit Staub und Sand beim Wischen nicht kratzen. Dann einen Tropfen mildes Spülmittel verteilen, abspülen und mit einem sauberen Mikrofasertuch trocken tupfen. Küchenpapier und T-Shirt können feine Kratzer hinterlassen, Spiritus, Glasreiniger und heißes Wasser die Beschichtungen angreifen. Unterwegs gehört die Brille ins Etui.
Wenn sich die Reparatur nicht mehr lohnt
Ist der Steg gebrochen oder das Scharnier ausgerissen und kann auch der Optiker nichts mehr machen, ist eine neue Brille fällig. Eine Zweitbrille ist ohnehin eine gute Reserve für den Tag, an dem die Hauptbrille ausfällt. Beanspruchst Du Deine Brille stark, achte beim Kauf auf Federscharniere: Sie geben beim Auf- und Absetzen etwas nach. Hier findest Du Fassungen, die gerade auf Lager sind, darunter Klassiker von Ray-Ban und die Oakley Holbrook RX.
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Ray-Ban ALAIN (RX7239 2001)71,50 €Häufige Fragen zur Brillenreparatur
Kann ich meine Brille von Edel-Optics beim Optiker anpassen lassen?
Ja. Eine Brille von uns kannst Du wie jede andere bei einem Optiker vor Ort anpassen lassen, etwa wenn die Bügel drücken oder die Brille rutscht. Frag am besten vorher, ob dafür Kosten anfallen. Bei Fragen zu Deiner Bestellung hilft Dir unser Kundenservice gern weiter.
Sonnenbrille: Schraube verloren, was nun?
Genau wie bei einer Korrekturbrille: Zahnstocher als Notlösung, danach eine passende Ersatzschraube aus dem Reparaturset oder vom Optiker. Für Sonnenbrillen mit Sehstärke gelten beim Glas dieselben Grenzen wie für jede Korrekturbrille.
Darf ich eine gebrochene Brille kleben?
Besser nicht. Sekundenkleber hält an Bügel und Steg meist nicht lange, kann Gläser und Beschichtungen beschädigen und macht eine fachgerechte Reparatur schwerer. Bring gebrochene Teile zum Optiker.




